Die Forelle (Franz Schubert)

Christian Friedrich Daniel Schubart schrieb das zugrunde liegende Gedicht zwischen 1777 und 1783 während seiner bis 1787 dauernden Gefangenschaft auf der Festung Hohenasperg.[1] In der Fabel der Forelle symbolisierte er sein eigenes Schicksal.

Um die allzu offensichtlichen Parallelen zu verstecken, deutet eine vierte Strophe die Fabel zu einer Warnung vor Verführern junger Mädchen um. Das Gedicht erschien erstmals 1783 im Schwä­bischen Musen-Almanach im Druck. Das Schicksal Schubarts diente verschiedenen Schrift­stellern als Motiv, unter anderem Friedrich Schiller für sein Drama "Die Räuber".

Quelle: Wikipedia



In einem Bächlein helle da schoß in froher Eil,
Die launische Forelle vorüber wie ein Pfeil.

Ich stand an dem Gestade und sah in süßer Ruh
Des muntern Fischleins Bade im klaren Bächlein zu.

Des muntern Fischleins Bade im klaren Bächlein zu.

Ein Fischer mit der Rute wohl an dem Ufer stand,
Und sah's mit kaltem Blute,wie sich das Fischlein wand.

So lang dem Wasser Helle,so dacht ich, nicht gebricht,
So fängt er die Forelle mit seiner Angel nicht.

So fängt er die Forelle mit seiner Angel nicht.

Doch endlich ward dem Diebe die Zeit zu lang.
Er macht das Bächlein tückisch trübe, und eh ich es gedacht,

So zuckte seine Rute, das Fischlein, das Fischlein zappelt dran,
Und ich mit regem Blute sah die Betrogene an.

Und ich mit regem Blute sah die Betrogene an.



Barbara Buhofer, Sopran
Cosmin Boeru, Klavier

"Die Forelle", Franz Schubert
03.11.2013 Schafisheim/CH